Eine App für den Bogensport-Nachwuchs des Deutschen Schützenbundes
Der Deutsche Schützenbund sitzt in Wiesbaden, nur wenige Kilometer von uns entfernt. Gemeinsam mit dem Bundestrainer Nachwuchs Bogen entwickeln wir eine App, mit der Schützen ihre Treffer auf der Scheibe digital erfassen. Das Besondere ist nicht das Erfassen selbst, sondern was danach passiert: Die Daten bleiben nicht in der App, sondern fließen direkt in die Trainingsdatenbank, mit der der Kader arbeitet.
Warum es noch eine App brauchte
Apps, mit denen ein Schütze seine Treffer markiert, gibt es mehrere. Für die Trainingsarbeit mit dem Nachwuchskader hatten sie alle dieselben drei Lücken:
- Keine Schnittstelle zur Trainingsdatenbank. Was in der App erfasst wird, bleibt dort. In die Datenbank, in der Trainer die Entwicklung ihrer Schützen auswerten, kommt nichts an oder muss per Hand übertragen werden.
- Nur eine Plattform. Die meisten Apps gibt es entweder für iOS oder für Android. In einem Kader hat jeder ein anderes Gerät.
- Keine Anbindung weiterer Sensorik. Wind, Wetter oder das Pfeilverhalten. Nichts davon wird bei den Schüssen erfasst und mit den Trefferdaten gespeichert.
Das Ziel war deshalb von Anfang an nicht „eine bessere Markier-App", sondern ein Werkzeug, das sich in die bestehende Trainingsarbeit einfügt.


Erfassen, gruppieren und übertragen
Die Schützen markieren ihre Pfeile auf der digitalen Scheibe. Die App fasst die Treffer automatisch zu Trefferbildern zusammen, sodass Streuung und Tendenzen einer Passe sofort sichtbar sind. Die Erfassung ist bewusst auf wenige Handgriffe reduziert: Sie soll den Trainingsablauf nicht unterbrechen, sondern nebenher laufen.
Die App wird für iOS und Android bereitgestellt. Eine Codebasis, beide Plattformen, damit im Kader niemand außen vor bleibt. Ein weiterer Vorteil: die eigenen Geräte können verwendet werden und müssen nicht durch den Schützenbund bereitgestellt werden.



Jeder Pfeil bekommt eine Identität
Die nächste Ausbaustufe geht über die Scheibe hinaus. Jeder einzelne Pfeil soll eindeutig identifizierbar werden. Dann lässt sich eine Frage beantworten, die im Bogensport bisher offen bleibt: Liegt eine Abweichung am Schützen — oder an genau diesem Pfeil?
Parallel binden wir Sensorik an. Ein Windsensor am Schießstand liefert seine Werte in denselben Datensatz wie der Treffer — und damit ebenfalls in die Trainingsdatenbank. Das ist der Schritt von der Trefferstatistik zur Trainingsanalyse.







